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Baugeld – günstig und begehrt: Fallstricke bei der Baufinanzierung

von Silvia Mireva

am 29. März 2021

Die Versuchung, sich dank günstiger Darlehenszinsen eine Immobilie zu finanzieren, bleibt ungebrochen groß. Leider lässt die Perspektive auf günstiges Geld sachliche Überlegungen oft ins Hintertreffen geraten – das kann ins Auge gehen.

Zahlen einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen: Von Januar bis März 2020 ist ein Plus von 4 Prozent bei den Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden enthalten. Jenseits solcher mitreißenden Zahlen sollte unbedingt realistisch auf Finanzierungsrisiken geschaut werden, damit aus dem Traum von den eigenen vier Wänden kein Albtraum wird. Keinesfalls zu vergessen: Die meist größte Investition im Leben richtig zu versichern.

Eigenkapital
Wichtig, um den Finanzierungsbedarf zu verringern. Üblich und sinnvoll ist es, 20 bis 30 Prozent der Bau- oder Erwerbskosten selbst einzubringen. Finanzierungsrechner im Internet ermöglichen es problemlos, das mögliche Finanzierungsvolumen vorab grob zu bestimmen. Im Zentrum steht dabei die Überlegung, welche Einnahmen regelmäßig zufließen, um das Darlehen zurückzahlen zu können. Ein Orientierungspunkt für die maximale monatliche Belastung durch die Darlehensrate kann etwa die bisherige Miete sein. Vorsichtshalber sollten finanzielle Reserven einkalkuliert werden, etwa für den Urlaub oder eine Autoreparatur bzw. -anschaffung.

Eigenleistung
Handwerk hat sprichwörtlich goldenen Boden – entsprechendes Geschick zahlt sich aber auch beim Immobilienerwerb aus. Egal, ob Maurerarbeiten, Elektroinstallation oder Innenausbau: Je mehr Gewerke aus eigener Kraft bewältigt werden können, desto geringer ist der Darlehensbedarf. Das eigene Können sowie der Zeitbedarf für die Ausführung sollten aber realistisch eingeschätzt werden.

Rückzahlung des Darlehens
Eine gängige Form von Baufinanzierungen ist das Tilgungsdarlehen. Die monatliche Rate setzt sich aus Beträgen für Tilgung und Zins zusammen. Es gilt: Je höher der Tilgungssatz, desto zügiger vollzieht sich die Darlehensrückzahlung. Liegt dem Vertrag noch ein günstiger Zinssatz zugrunde, ergibt sich aus einer langen Vertragslaufzeit hohe Planungssicherheit.

Nebenkosten
Sie kommen zu den reinen Bau- oder Anschaffungskosten noch hinzu: Grunderwerbsteuer, Kosten für den Notar und die Eintragung ins Grundbuch, ggfs. Erschließungskosten oder Kosten für einen Immobilienmakler. Und Eigentum verpflichtet: Sowohl in der Bau- bzw. Erwerbsphase wie auch aus dem Besitz der Immobilie heraus ergeben sich Risiken, die mit den entsprechenden Versicherungen abgedeckt werden sollten. Wichtig sind häufig die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die Feuerrohbauversicherung sowie eine Wohngebäudeversicherung – möglichst mit Elementarschaden-Zusatzversicherung. Die anfallenden Versicherungsprämien gehen bei solider Finanzierungsplanung in die Berechnungen mit ein. Welche Policen im jeweiligen Einzelfall benötigt werden, kann ein unabhängiger Versicherungsmakler ermitteln.

Quellen: Destatis, Pressemeldung vom 20. Mai 2020; Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV).

 

 

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