Kurz erklärt: Schadenminderungspflicht

Kurz erklärt: Schadenminderungspflicht

Versicherungen ersetzen Schäden, die durch versicherte Risiken entstehen. Beispielsweise, wenn ein Unwetter mit heftigem Sturm dazu führt, dass das Dachflächenfenster eines Hauses zerstört wird. 

Wenn der Versicherte nun aber annimmt, dass das für alle weiteren sich daraus ergebenden Schäden gilt, täuscht er sich. Einher mit dem Recht auf die Entschädigungsleistung geht die Pflicht („Obliegenheit“), Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. Um im Beispiel zu bleiben: Sobald der Schaden entdeckt ist, muss der Versicherte versuchen, die zerstörte Scheibe so gut es geht zu verschließen. Weitere Schäden, die andernfalls z. B. durch eindringendes Regenwasser entstehen, werden dann nicht (mehr) ersetzt. Juristen erkennen in solcher Nachlässigkeit ein Mitverschulden – geregelt sind die Konsequenzen daraus im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), Paragraf 254. 

Die Schadenminderungspflicht hat Relevanz z. B. in der Wohngebäude- und Hausratversicherung, jedoch auch bei allen Haftpflichtversicherungen.

Gefahrerhöhung: Risiko gerecht

Gefahrerhöhung: Risiko gerecht

Ein Begriff vorzugsweise aus der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Er beschreibt einen Umstand, den Versicherer bei der Kalkulation der jeweiligen Versicherungsbeiträge berücksichtigen.

Jedenfalls dann, wenn es eine Gefahrerhöhung gibt. „Gefahr“ steht hier stellvertretend für „Risiko“. Denn nicht nur der Wert von Inventar oder Gebäude nimmt Einfluss auf die Prämienhöhe, sondern auch Risiken, denen sie ausgesetzt sind. 

Was könnte das sein? Gefahrerhöhend wirken beispielsweise Baugerüste, die im Zuge einer Fassadensanierung errichtet werden. Sie erleichtern Einbrechern ihr kriminelles Tun. Immerhin: Diese Gefahrerhöhung ist in der Regel zeitlich befristet. Anders sieht es aus, wenn z. B. eine Tankstelle auf einem bislang unbebauten Nachbargrundstück errichtet wird. Die zusätzlichen Brand- und Explosionsgefahren sind gefahrerhöhende Umstände, die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer interessieren. Wer darauf hofft, dass der Versicherer davon nichts mitbekommt, hat im Schadenfall meist schlechte Karten. Denn es besteht die Pflicht, dem Versicherer gefahrerhöhende Umstände mitzuteilen. Auch dann, wenn sie -wie im Beispiel mit dem Baugerüst- nur zeitweilig bestehen. Nur so haben sie die Möglichkeit, eine risikogerechte Versicherungsprämie zu berechnen. 

Wer Zweifel hat, ob die im ehemaligen reinen Wohnhaus neu eröffnete Pension oder der neue Kiosk in der Nachbarschaft eine Gefahrerhöhung darstellt, wendet sich für eine kompetente Auskunft am besten an einen unabhängigen Versicherungsmakler. 

Der Beirat Schadenversicherung informiert

Viele spannende Themen und wertvolle Tipps für Ihren Arbeitsalltag wollen wir, Ihre Kollegen aus dem Beirat Schadenversicherung, Ihnen heute bieten:

  • Zweiter Lockdown und BSV
  • Drohnen richtig versichern
  • Wohn- oder Grundfläche?
  • Erweiterte Annahmerichtlinien VGV
  • Sicherungen in Hausrat

Wussten Sie eigentlich, dass …
… es grundsätzlich sinnvoll ist, auch die zweite angeordnete Betriebsschließung eines Kunden durch den jetzt angeordneten „kleinen Lockdown“ dem Betriebsschließungsversicherer als Schaden zu melden?

Wussten Sie eigentlich, dass …
… eine eigenständige Drohnen-Haftpflichtversicherung mehr abdeckt, als es die Mitversicherung von Drohnen im Rahmen einer PHV tut?

Wussten Sie eigentlich, dass …
… in den Wertermittlungsbögen der Wohngebäudeversicherer zur Bestimmung eines 14-er Wertes i. d. R. die Grundfläche und nicht die Wohnfläche anzugeben ist?

Wussten Sie eigentlich, dass …
… die Bayerische und Basler jüngst ihre Annahmerichtlinien in der Wohngebäudeversicherung deutlich weiter gefasst haben? So haben beide Versicherer… Weiterlesen